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3. Jugendlandtag NRW – Ein Kommentar von Alexander Noak (Jusos Lippstadt)

Demokratie lebt!

Oder:

„Wacht auf, Verdammte dieser Erde…“

Da sitzt man nun und will was machen, aber erst mal müssen: der erste Schriftführer, der zweite Schriftführer, der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende gewählt werden – und das alles natürlich in einer geheimen Geheimwahl. Schließlich müssen die Formalien eingehalten werden. Und das ändert sich nicht viel im Laufe der drei Tage dieses 3. Jugend-Landtags NRW: über Anträge müssen abgestimmt werden, Änderungen von Anträgen und dann noch mal die geänderten Anträge müssen auch von einer Mehrheit bewilligt werden. Anträge müssen schriftlich in den feder- und in den Bleistiftführenden Ausschuss. Klingt langweilig, oder? Ist es auch.

ABER: das ist nicht das Einzige, das den Jugend-Landtag ausmacht. Es macht auch sehr viel Spaß: man trifft neue Leute, die zumindest ein gleiches Interesse haben, nämlich Politik. Mit diesen Leuten, von denen man die einen mehr die anderen vielleicht weniger sympathisch findet, sitzt man in einem Fraktionssaal, während der Vorsitzende, bei uns ein sehr fähiger und lustiger Mann, versucht uns daran zu erinnern, dass wir nicht mehr viel Zeit haben. Man singt die Internationale, auf Antrag eines unserer Genossen, obwohl eines unserer Betreuer ein Christdemokrat ist. Schließlich will man sich das Gefühl, ein Sozialdemokrat zu sein, nicht nehmen lassen – auch wenn der Antragsteller den Text auf dem iPod nachlesen muss. Und man klatscht immer wieder mit der flachen Hand auf die Tische. So wie die richtigen Abgeordneten. Das ist es eben, das einen die langweiligen Formalien ertragen lässt, dass man sich fühlt wie ein echter Abgeordneter! Man hetzt hin und her, man versucht Mehrheiten auf die Reihe zu kriegen, man diskutiert innerhalb und außerhalb der Fraktion und steht hinter seiner Meinung, die am Ende auch die Meinung der Fraktion sein könnte – oder eben auch nicht, was aber zur Demokratie nun mal gehört.

Dann kommt der große Tag: man sitzt im Plenum, während die Reden gehalten werden, wie die richtigen Abgeordneten. Zwischenfragen, aber auch Rufe sind nicht die Seltenheit, so dass eine spannende Atmosphäre entsteht, die einen fühlen lässt, dass Demokratie lebendig ist!

Alexander Noak

Die Jusos Werl nehmen Stellung zu dem Positionspapier der Verantwortlichen am Mariengymnasium

Diesen Artikel haben wir diese Woche in der Zeitung veröffentlicht:

„In dem Positionspapier, das am 8. Juli 2010 im Werler Anzeiger erschienen ist, gehen Herr Drepper, Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter des Mariengymnasiums auf die momentane schulpolitische Diskussion in Werl ein. Laut dem Zeitungsartikel „Kompetenz des MG nicht gefragt?“ zu diesem Papier beschweren sie sich, dass sie bisher noch nicht in diese Diskussion mit eingebunden worden seien und dass eine „Beraterfirma“ voreilig mit der Analyse der Werler Schullandschaft beauftragt worden sei, dessen Gutachten womöglich „den Blickwinkel einengen“ könne.

Wir Werler Jusos sehen uns gezwungen auf diese Aussagen des MG einzugehen, da sie aus unserer Sicht den Sachverhalt nicht richtig wiedergeben und sonst noch niemand darauf aufmerksam gemacht hat.

Wie oben erwähnt ist in dem Papier von einer Beraterfirma die Rede, die von Verwaltung und Rat engagiert wurde. Wir vermuten, dass mit der Beraterfirma das Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund gemeint ist. Wird tatsächlich dieses als eine Firma bezeichnet, dann ist das verständlicherweise falsch, da es sich nicht um eine gewerbliche, sondern eine akademische Einrichtung handelt.

In erster Linie stört uns aber die Ansicht der MG-Verantwortlichen, dass diese Einrichtung angesprochen wurde, „ohne die […] vorhandenen Kompetenzen zunächst einmal zu befragen […]“ (Artikel „Kompetenz des MG nicht gefragt?“), bzw. dass das MG eben gar nicht in die schulpolitische Diskussion einbezogen wurde. Uns ist nämlich bekannt, dass wie alle anderen weiterführenden Werler Schulen auch das MG von der Ratsfraktion der SPD vorher zu einer Diskussionsrunde mit dem Vorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung Udo Beckmann eingeladen wurde, es auf diese Einladung aber nicht eingegangen ist. Auch die Schülersprecherin Anuschka Mlodzik wurde persönlich von unserem Juso-Vorsitzenden zu der Veranstaltung eingeladen.

Wir Jusos hoffen natürlich weder, dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt, noch, dass das MG hier die Tatsachen verdreht hat. Eine Klärung des Widerspruchs, der uns hier erscheint, halten wir aber in jeder Hinsicht für angebracht.

Des Weiteren sind wir der Meinung, dass es schade ist, dass die Verantwortlichen des Mariengymnasiums mit ihrer Stellungnahme die eigentlichen Probleme des derzeitigen Schulsystems gar nicht aufgreifen. Diese Probleme gibt es nämlich nicht bei den gut ausgebildeten Gymnasialabiturienten, sondern vielmehr bei den vielen Hauptschulabsolventen, die kaum eine Chance auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt haben. Selbst die Industrie- und Handelskammer ist um einen motivierten und genügend ausgebildeten Nachwuchs besorgt und lehnt viele Absolventen als „nicht ausbildungsfähig“ ab. So darf man die Idee einer Gemeinschaftsschule nicht einfach als pure Gerechtigkeitsideologie verteufeln, sondern muss sie auch unter volkswirtschaftlichen Aspekten betrachten.

Zum Schluss fordern wir daher: Wer die Beibehaltung der Gymnasien anstrebt, muss gleichzeitig eine Lösung für die Hauptschulen vorlegen!

Die Werler Jusos“

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